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Franz Thönnes beim Alster Business Club zu Gast
"Die Künstlersozialkasse wird nicht verändert"
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| Aus Berlin zu Gast beim A.B.C.: Der Bundestagsabgeordnete und parlamentarischer Staatssekretär des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales Franz Thönnes gab Auskunft und diskutierte über die Künstlersozialkasse. |
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Ein Artikel von Stephan Poost, PRIMA Druck & Verlag
Norderstedt (ps). Unzufrieden sind hunderte deutscher Unternehmen, die im vergangenen Jahr zu Abgaben für die Künstlersozialkasse herangezogen wurden. Sie beschäftigten freiberufliche Künstler, vom Alleinunterhalter über Visagisten bis hin zum Web-Designer. Auch in der Metropolregion Hamburg wurden Unternehmen zu Abgaben herangezogen. "Grund genug, dass wir der Künstlersozialkasse auf den Zahn fühlen", so A.B.C.-Präsident Jens Kahlsdorf. |
Er hat dafür zwei kompetente Gesprächspartner gewinnen können: Franz Thönnes, Staatssekretär im Bundessozialministerium und Willy Nordhausen, bei der Künstlersozialkasse in Wilhelmshaven für Auskunft und Beratung zuständig.
Hintergrund des Unmutes ist nicht etwa eine Gesetzesänderung, sondern eine verstärkte Kontrolle durch die Deutsche Rentenversicherung. Bisher wurden die Unternehmen nur sehr sporadisch auf Einhaltung des Gesetztes zur Abgabepflicht an die Künstlersozialkasse kontrolliert. Viele Unternehmen, die bisher durch die Maschen schlüpften, werden jetzt zu Zahlungen herangezogen. "Das ist ungerecht, schließlich sind Künstler auch Unternehmer, warum soll ich deren Sozialversicherung bezahlenì, schimpft ein A.B.C.-Mitglied. Dies sieht der Deutsche Industrie- und Handelskammertag ähnlich und fordert in einem Schreiben an den A.B.C., die Sonderbehandlung der künstlerisch Selbständigen gegenüber anderen Selbständigen einzustellen. |
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| Aus Wilhelmshaven extra zum ALSTER BUSINESS CLUB Abend angereist: Willy Nordhausen von der Künstlersozialkasse |
Dies sieht Franz Thönnes völlig anders und sieht dabei eine überwältigende Mehrheit des Deutschen Bundestages - quer durch alle Parteien - hinter sich. "Künstler und Publizisten brauchen einen besonderen Schutz. Wir wollen uns doch nicht hinstellen und Kunst bewerten. Wenn nur die Kunst gemacht wird, die vom Markt nachgefragt wird, würde es viele große Namen nicht geben", so Thönnes. Es gehe auch darum, dass nicht von irgendjemanden bestimmt werde, was Kunst ist. Die Kunst müsse sich frei entfalten können." Forderung von vielen Unternehmen ist es, das nur für die Künstler bezahlt werden müsse, die in der Künstlersozialkasse versichert seien. "Das würde aber den Wettbewerb verzerren", so Thönnes, "Sie würden doch dann nur noch mit den Künstlern zusammenarbeiten, für die Sie keine Abgaben zu zahlen haben. Alle, die sich versichern, würden weniger Aufträge erhalten."
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| Willy Nordhausen von der Künstlersozialkasse, der extra zur Veranstaltung aus Wilhelmshaven anreiste, berichtet, dass rund 160.000 Menschen in Deutschland in der Künstlersozialkasse versichert seien, Tendenz steigend. "Das liegt auch daran, dass insbesondere Medienunternehmen immer stärker "outsourcen". Da werden Kameraleute oder Reporter nur noch freiberuflich beschäftigt, die müssten sich dann alle versichern." Er ging nochmal auf den Grund für die Gründung der Sozialversicherung für Künstler ein. Anfang der 70er Jahre wollte die Bundesregierung eine soziale Absicherung für Künstler erreichen, zu annehmbaren Bedingungen. "4,9 Prozent der Auftragssumme müssten Unternehmen zusätzlich an die Künstlersozialversicherung zahlen. Beschäftigt ein Unternehmen einen Texter für eine Werbebroschüre für 1000 Euro, müsste das Unternehmen 49 Euro an die Künstlersozialkasse zusätzlich abführen. "Das kann nicht durch einen Privatvertrag ausgehebelt werden. Das Unternehmen muss zahlen", so Nordhausen.
Einziger Streitpunkt gegen Ende der Veranstaltung war die Liste der Berufe, für die die Abgabe an die Künstlersozialversicherung fällig wird. "Hier müssten stärkere Abgrenzungen stattfinden", so A.B.C.-Mitglieder. Beispiel: Für eine Kosmetikerin muss die Abgabe nicht gezahlt werden, für eine Visagistin sehr wohl. Obwohl beide Berufe nahezu identische Arbeiten durchführen würden."Eine Abschaffung der Künstlersozialkasse wird in Deutschland an keiner Stelle ernsthaft diskutiert. "Die Kasse wird bleiben, über Details kann man diskutieren", ist sich Thönnes sicher.
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Das Schreiben vom DIHK an den A.B.C. (*.pdf) |
| Der Brief von der IHK Lübeck (1, 2, 3) (*.jpg) |
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| Zahlreiche Wirtschaftsverbände schlagen zwischenzeitlich Alarm und sind dabei, sich zu organisieren. Die gegründete Initiative "KSKontra" (www.kskontra.de) wird vom Deutschen Industrie und Handelskammertag (DIHK) unterstützt. Die Industrie- und Handelskammer Schleswig-Holstein (IHK), die Allianz deutscher Designer e.V. (AGD) in Hamburg und der Verband für Druck und Medien Nord (VDM) haben dem A.B.C. Unterstützung signalisiert. Jens Kahlsdorf dazu: "Ich habe sowohl mit dem Präses der IHK, Herrn Bernd Jorkisch wie auch mit Herrn Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Bernd Rohwer vereinbaren können, dass die IHK sich um dieses Thema kümmern wird. Eine Petition zur Künstlersozialkasse wurde vom ALSTER BUSINESS CLUB verabschiedet." |
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A.B.C.-Präsident Jens Kahlsdorf: "Ich freue mich, dass so viele Mitglieder unsere vorbereitete Petition zur Korrektur der Künstlersozialabgabe mit Ihrer Unterschrift unterstützen. Die ersten Exemplare konnten wir Herrn Thönnes noch am Abend mitgeben. Besonders freue ich mich über den zwischenzeitlich vereinbarten Termin am 11. April mit Bundesminister Olaf Scholz, bei dem wir das Thema erneut vertiefen können."
Eine lange Nacht beim ALSTER BUSINESS CLUB. Franz Thönnes und Willy Nordhausen blieben bis 1 Uhr nachts. Am Ende waren sich alle einig: Ein guter Abend für Norderstedt und auch Willy Nordhausen fühlte sich beim A.B.C. wohl, obwohl er sich auch nach dem offiziellen Teil noch so manche Kritik anhören musste. |
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Der parlamentarische Staatssekretär des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, Franz Thönnes referierte beim ALSTER BUSINESS CLUB. |
| Das berichtet die Presse: |
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